Symbolfoto, © Sebastian Ständecke, www.pixelquelle.de Treffen Christlicher Lebensrecht-Gruppen

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21.11.2002

Theologe: Euthanasie bald wieder wie im Dritten Reich

Menschliches Leben in der Verfügungsgewalt von Ärzten und Parlamenten

P f o r z h e i m (idea) – Angesichts der immer lauter werdenden Forderungen nach einer Liberalisierung der Sterbehilfe in Deutschland sieht der Bonner Theologieprofessor Thomas Schirrmacher eine düstere Zukunft heraufziehen. “Wir sind auf dem besten Weg, die aktive Euthanasie, wie sie im Dritten Reich praktiziert wurde, wieder einzuführen”, sagte der Wissenschaftler am 7. November auf einer Veranstaltung der Evangelischen Allianz Pforzheim, zu der der Evangelische Arbeitskreis der CDU im Enzkreis/Pforzheim miteingeladen hatte. Als Begründung nannte Schirrmacher die Praxis der Sterbehilfe in den Niederlanden. So zeige die offizielle Statistik, der sogenannte Remmelink-Report, daß in etwa 40 Prozent der Fälle die aktive Sterbehilfe ohne Einwilligung des Patienten geschah. 14 Prozent der Patienten seien bei vollem Bewußtsein gewesen und gleichwohl nicht nach dem eigenen Todeswunsch befragt worden. Besonders problematisch sei, daß die Befürworter extreme Fälle wie unheilbar Kranke für ihre Forderung nach Liberalisierung der Sterbehilfe in Feld führten. Die Realität sehe aber anders aus. Ferner werde es in der Öffentlichkeit immer so dargestellt, als ob Euthanasie in den Niederlanden und in Belgien erlaubt seien. “Dabei hat man dort ein ganz ähnliches Rechtskonstrukt angewendet wie in Deutschland bei der Abtreibungsfrage”, so Schirrmacher. Weil man sich nicht vom Lebensrecht des Menschen generell verabschieden wolle, habe man geregelt, daß Euthanasie unter Einhaltung bestimmter Vorschriften lediglich straffrei bleibe. “Doch in der Bevölkerung wird das so aufgefaßt, als ob das erlaubt ist”, so Schirrmacher. Das sei offensichtlich auch so gewollt. Dieser “ethische Dammbruch” habe dazu geführt, daß die Verfügungsgewalt über das menschliche Leben in der Hand von Angehörigen, Ärzten und Parlamenten sei. Das Gebot der Stunde sei aber, Menschen medizinisch richtig zu helfen. So wüßten viel zu wenig Ärzte über die moderne Schmerztherapie Bescheid. Zum anderen sollten vor allem Christen darüber nachdenken, wie Menschen am Lebensende Zuwendung erfahren könnten. Um Alternativen zur Sterbehilfe zu bieten, werde jetzt ein Institut für Notfallseelsorge, Sterbebegleitung und Trauerseelsorge gegründet. Es wolle durch berufsbegleitende Ausbildung, Vorträge und Öffentlichkeitsarbeit auf die Problematik aufmerksam machen und Menschen befähigen, Sterbebegleiter zu sein. (134/2002/8)

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