Symbolfoto, © Sebastian Ständecke, www.pixelquelle.de Treffen Christlicher Lebensrecht-Gruppen

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19.09.2002

Der ungewöhnlichste Trauerzug in Berlin: 1000 weiße Kreuze für 1000 abgetriebene Kinder

Über 1000 Menschen aus ganz Deutschland kamen auf Einladung des Bundesverbandes Lebensrecht e.V. (BVL) am 14. September zu einer bewegenden Kundgebung und einer Trauer-Demo unter dem Motto „1000 Kreuze für das Leben“ in Berlin zusammen.

Die Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, Dr. Claudia Kaminski, Köln, machte bei der Kundgebung auf dem Alexanderplatz darauf aufmerksam, dass pro Arbeitstag in Deutschland tausend unschuldige ungeborene Kinder ihr Leben lassen müssen in einer Gesellschaft, die Kinder dringend nötig hätte.
„Diese Kundgebung findet nicht zufällig vor der Bundestagswahl statt. Wir glauben, dass sich alle Parteien zu wenig für das Lebensrecht einsetzen. Angesichts der Tatsache, dass seit der Neufassung des Paragrafen 218 mehr als 1,8 Millionen Kinder ihr Leben verloren haben, muss endlich etwas geschehen“, so Kaminski.

Hartmut Steeb, Vorsitzender des „Treffens Christlicher Lebensrechtsgruppen“ nannte die hohe Zahl der Abtreibungen die eigentliche Menschenrechtskatastrophe in unserem
Lande.

Die selbst durch eine Abtreibung betroffene Schriftstellerin Karin Struck, München, sagte: „Am traurigsten macht mich die Tatsache, dass das behinderte ungeborene Kind bis kurz vor der Geburt abgetrieben werden kann.
Diese geistig-ethische Katastrophe geht uns alle an. Aus der Geschichte der NS-Zeit müsste unser Gewissen hundertfach schlagen, damit dieses furchtbare Gesetz geändert wird.“

Philip Prinz von Preußen, ein Ur-Urenkel des letzten Kaisers, betonte, dass wahre Liebe sich für den Nächsten einsetzt, insbesondere für die Schwächsten.
„Die wahre Love-Parade findet hier und heute statt!“, so der Hohenzollernprinz, „ wer heute Abtreibung rechtfertigt, handelt ökonomisch unvernünftig, demografisch verantwortungslos, historisch ignorant und moralisch verwerflich.“

Auf der Kundgebung wurde der zehnjährige Mark Ehrenfried aus Berlin vorgestellt, den Fachleute für einen der begabtesten Klaviervirtuosen Deutschlands halten.
Er begeisterte bereits unzählige Menschen bei Konzerten und im Fernsehen und schrieb auch schon erste Kompositionen.
Eigentlich sollte er abgetrieben werden, doch seine Mutter hatte sich trotz widriger Lebensumstände für ihn entschieden.

Der anschließende Trauermarsch mit den 1000 weißen Holzkreuzen führte über die Straße „Unter den Linden“ zur Sankt Hedwigskathedrale, wo ein ökumenischer Gottesdienst den Aktionstag abschloss.
Der katholische Dompropst Otto Riedel erinnerte an den in der Kathedrale bestatteten Priester Bernhard Lichtenberg. Er war vom NS-Regime wegen seines mutigen Einsatzes für Menschenwürde und gegen Judenverfolgung und Euthanasie verhaftet worden und auf dem Weg zu einem Konzentrationslager umgekommen.
„Auch Bernhard Lichtenberg wäre gegen Abtreibung und würde heute hier demonstrieren“, so der Dompropst.
Hartmut Steeb, der auch Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz ist, sagte in seiner Predigt u.a.: „Wenn Gott ein Leben geschenkt hat, gibt es für Kirche und Diakonie keine andere Möglichkeit, als sich vor dieses Leben zu stellen – alles andere ist verirrend und verwirrend.“

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