Symbolfoto, © Sebastian Ständecke, www.pixelquelle.de Treffen Christlicher Lebensrecht-Gruppen

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12.11.2002

Neue Vorsitzende der Christdemokraten für das Leben

Mechthild Löhr zur Nachfolgerin von Johanna Gräfen von Westphalen gewählt

Am 9. November hat „Christdemokraten für das Leben“ eine neue Vorsitzende gewählt: Mechthild Löhr. Sie löst die langjährige Vorsitzende Gräfin von Westphalen ab, die nicht wieder kandidierte. Im evangelischen Nachrichtenmagazin idea hat Mechthild Löhr zu den drängenden Fragen des Lebensrechts Stellung genommen. Wir dokumentieren ihren dortigen Beitrag.

„1.000 Fragen zum Lebensrecht

Politiker und die Christen an der Basis müssen sich stärker für den Schutz des Lebens engagieren

“1000 Fragen” (www.1000fragen.de) heißt die gerade bundesweit laufende, ungewöhnliche Kampagne der “Aktion Mensch” – früher “Aktion Sorgenkind” – zu aktuellen Themen der Biomedizin. Warum startet eine Dachorganisation von Behindertenverbänden gerade jetzt eine solche breite Initiative? Weil man dort verstanden hat, daß das uneingeschränkte Lebensrecht kranker und behinderter Menschen in Gefahr ist. So hat die Zahl der Spätabtreibungen seit der Neufassung des Paragraphen 218 vor mehr als sieben Jahren deutlich zugenommen. Diese Spätabtreibungen richten sich immer gegen behinderte Kinder. Als nächstes droht die Präimplantationsdiagnostik. Sie dient einem einzigen Zweck: Menschliche Embryonen sollen bei einer künstlichen Befruchtung schon vor der Einpflanzung in die Gebärmutter auf Krankheiten hin untersucht und im Zweifelsfall weggeworfen werden.

Menschenfeindlichkeit

Die Beseitigung Behinderter ist nur ein Glied in der lebensfeindlichen Kette, die seit Jahrzehnten in unserem Land geschmiedet wird. Viel zu viele haben sich mit der traurigen Realität wachsender Abtreibungszahlen abgefunden – offiziell sind es in Deutschland 135.000 Ungeborene jährlich, viel wahrscheinlicher aber handelt es sich um rund 300.000. Bei behinderten Kindern gilt nicht einmal die Zwölf-Wochen-Frist der Fristenregelung. Sie können bis kurz vor dem Geburtstermin getötet werden. Wer einmal Bilder dieser lebensfähigen Kinder gesehen hat, könnte an unserem Rechtssystem verzweifeln. Daß menschliches Leben von der Zeugung an schutzwürdig ist, kümmert die derzeitige parlamentarische Mehrheit nicht. Die genehmigte Einfuhr menschlicher Stammzellen, für die Embryonen getötet werden müssen, hat bereits indirekt zur Auflösung des strengen deutschen Embryonenschutzgesetzes beigetragen. Der von Bundeskanzlers Gnaden gegründete “Nationale Ethikrat” hatte hier sein erstes, überflüssiges und unheilvolles zustimmendes Votum abgegeben. Über den Import wacht ausgerechnet das Robert-Koch-Institut, das erst vor kurzem dem führenden amerikanischen Klonforscher Rudolf Jaenisch einen hohen Wissenschaftspreis verliehen hat.

Wer die Menschenrechte ernst nimmt

Wie kann gegen diese Menschenfeindlichkeit Widerstand geleistet werden? Wir brauchen eine neue Enquètekommission zur Biomedizin und Ethik. Die Kompetenz des Parlaments darf nicht weiter auf beliebig besetzbare “Räte” delegiert werden, die jeglicher demokratischen Legitimation und Kontrolle entbehren. Die nächste Bastion wackelt schon. Manche Abgeordnete und Interessenvertreter wittern Morgenluft für die “aktive Sterbehilfe”, die ebenfalls nichts anderes zum Ziel hat als die Tötung schwacher und kranker Menschen. Wer die Menschenrechte ernst nimmt, muß sich für den Lebensschutz stark machen. Christen wissen: Gott ist der Schöpfer und Freund des Lebens. Deshalb müssen wir entschiedener einer Kultur des Todes widerstehen. Wir sollten uns dabei nicht auf die Politiker verlassen. Es gibt für jeden von uns zahlreiche Gelegenheiten, uns zu engagieren: angefangen von unseren Gemeinden über die Parteien, Organisationen und Lebensrechtsinitiativen. Die notwendige Kraft für dieses Engagement schöpfen wir aus dem Glauben. Denn welches Geschenk ist kostbarer als das Leben?“

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