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18.09.2002
Abtreibung: Politiker tun nichts gegen "die größte Menschheitskatastrophe"
Jeden Tag werden 1.000 Kinder getötet - Christen demonstrierten mit 1.000 Holzkreuzen in Berlin
B e r l i n (idea) – Zum Gedenken an die schätzungsweise 300.000 ungeborenen Kinder, die jedes Jahr in Deutschland durch Abtreibung getötet werden, zogen am 14. September rund 1.000 christliche Lebensschützer, ganz in Schwarz gekleidet, mit weißen Kreuzen durch Berlin. “Wir wenden uns gegen das Unrecht, daß an jedem Werktag in Deutschland 1.000 unschuldige Kinder ihr Leben lassen müssen”, so die Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, Claudia Kaminski (Köln), bei der Auftaktveranstaltung auf dem Alexanderplatz. Vor der Bundestagswahl wollten die christlichen Lebensrechtler darauf aufmerksam machen, daß “alle Parteien zu wenig gegen die Abtreibung unternehmen”. Seit der Novellierung des Abtreibungsparagraphen 218 im Jahr 1995 in Deutschland hätten mehr als 1,8 Millionen Kinder ihr Leben vor der Geburt verloren. Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), bezeichnete es im ökumenischen Abschlußgottesdienst (Predigt als PDF) in der katholischen St.-Hedwigs-Kathedrale als unverantwortlich, daß die Politiker einerseits “völlig zu Recht” viel Geld für die Flutopfer und Kommissionen gegen die Arbeitslosigkeit einsetzten, daß es andererseits jedoch gegen “die größte Menschheitskatastrophe”, nämlich die Abtreibungen, “weder Geld noch Kommissionen gibt”. Steeb, auch Vorsitzender des “Treffens Christlicher Lebensrechtsgruppen”, nannte die Tötung von Kindern im Mutterleib “ein Verbrechen gegenüber Gott, der von Anfang an zu allen Menschen Ja sagt”. Gegenüber idea bedauerte Steeb, daß “ausgerechnet” die neue berlin-brandenburgische Diakoniechefin, Pfarrerin Susanne Kahl-Passoth (Berlin), für das Recht der Frau auf Schwangerschaftsabbruch eintritt. “Wenn Gott ein Leben geschenkt hat, gibt es für Kirche und Diakonie keine andere Möglichkeit, als sich vor dieses Leben zu stellen - alles andere ist verirrend und verwirrend”, so Steeb.
Kaiser-Nachfahre: Abtreibung ist “Massenmord”
Philip Prinz von Preußen (Plön), Ururenkel des letzten deutschen Kaisers, bezeichnete den Demonstrationszug der Lebensschützer als “die wahre Love-Parade”. Während das Technospektakel im Berliner Tiergarten einzig dem Zweck diene, sich “mit Alkohol, Drogen und lauter Musik die Birne zuzudröhnen”, setze sich echte Liebe für die Schwächsten ein. Wer Abtreibung propagiere, handele “verantwortungslos, moralisch verwerflich und ignorant”, so der Hohenzollernprinz. Jeder Mensch, dessen Gewissen “einigermaßen normal” funktioniere, wisse, wie man Abtreibung bewerten müsse: “300.000 getötete Kinder jedes Jahr sind Massenmord, Abtreibungsärzte sind Mörder, und sie gehören nach dem Strafrecht bestraft.”
Katholischer Propst: Auch Bernhard Lichtenberg wäre gegen die Abtreibung
Der katholische Dompropst Otto Riedel erinnerte an das Schicksal des in der Hedwigs-Kathedrale begrabenen Priesters Bernhard Lichtenberg. Er war von den Nationalsozialisten verhaftet worden, weil er in seinen Nachtgebeten gegen Judenverfolgung und Euthanasie protestierte, und starb auf dem Weg in ein Konzentrationslager. “Auch Bernhard Lichtenberg wäre gegen die Abtreibung und würde heute hier demonstrieren”, so Riedel.
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